Schulsozialarbeit an der BBS EHS Trier

Trotz einer gestiegenen Zahl von Ausbildungsstellen sind benachteiligte Jugendliche im Wettbewerb um Ausbildungsplätze weiter im Abseits. Diese Jugendlichen mit individuellem Förderbedarf, in enger Zusammenarbeit mit den Berufsschullehrerinnen und –lehrer, intensiv auf eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten und zu qualifizieren ist Ziel der Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen. Gemäß der Berufsschulverordnung (§15) orientiert sich die Schulsozialarbeit an einem Qualitätsprofil, dessen Standards vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend 2003 festgelegt wurden.

Entstehung

Seit 1991 werden Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) sozialpädagogisch begleitet. Zunächst konnte durch jährlich befristete Projekte, die mit Geldern des Europäischen Sozialfonds und des Landes Rheinland-Pfalz gefördert wurden, ein Konzept für Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen entwickelt und umgesetzt werden. Seit 1998 wurde die Schulsozialarbeit mit einer vollen Stelle in Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz (MBFJ) dauerhaft übernommen. Seit 1992 ist Frau Sylvia Joerg, Diplom-Pädagogin (Universität Trier), an der BBS-EHS Schulsozialarbeiterin.

Informationen zum Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das Berufsvorbereitungsjahr ist für Jugendliche verpflichtend, die aus Hauptschulen oder Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen ohne Hauptschulabschluss entlassen werden und keine Berufsausbildung aufnehmen. Das BVJ umfasst ein Schuljahr und wird an der BBS EHS in Form von Vollzeitunterricht durchgeführt. Es werden fachpraktische, fachtheoretische und allgemein bildende Lerninhalte vermittelt, wobei der berufliche Schwerpunkt im Bereich Hauswirtschaft liegt. Der erfolgreiche Abschluss des Berufsvorbereitungsjahres ist dem Hauptschulabschluss gleichgestellt. Die Anzahl der BVJ-Klassen ist abhängig von der Zahl der aus den Hauptschulen und Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen entlassenen Jugendlichen, so dass für jedes Schuljahr eine unterschiedlich große Gruppe an der BBS EHS aufgenommen wird. Als Fortführung des rheinland-pfälzischen Schulversuchs "Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung" besteht seit 2001 eine Integrationsklasse im Rahmen des Berufsvorbereitungsjahres.

Zielgruppe

Zielgruppe der Schulsozialarbeit sind Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die in unterschiedlicher Weise auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, bspw. dass sie in den abgebenden Schulen nach 9 Schulbesuchsjahren keinen Abschluss erreicht haben und daher für den Arbeitsmarkt als noch nicht vermittelbar bzw. nicht ausbildungsreif angesehen werden. Hinzu kommt, dass viele Schülerinnen und Schüler negative Erfahrungen aus ihrem bisherigen schulischen Werdegang mitbringen, schulmüde sind und Motivationshilfe für den "Neuanfang" in der Berufsbildenden Schule benötigen. 

Ziele der Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit in o. a. Rahmen hat das Ziel, die Jugendlichen im BVJ innerhalb eines Schuljahres so zu unterstützen, dass ein erfolgreicher Abschluss möglich ist und darüber hinaus eine Eingliederung in Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisse oder in weiterführende Bildungsgänge stattfinden kann. Dazu werden die Jugendlichen in ihrer Lern- und Lebenssituation begleitet, um ihre derzeitigen oder zukünftigen Lebensumstände im beruflichen sowie persönlichen Bereich besser bewältigen zu können. Die intensive Begleitung der einzelnen Schülerinnen und Schüler von der Einschulung bis zur Einmündung in Berufsausbildung oder weiterführende schulische Bildungsgänge steht im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit.

Arbeitsbereiche der Sozialarbeit

Diese Zielrichtung der sozialen Arbeit erfordert eine starke Ausrichtung auf den einzelnen Jugendlichen, seine Wünsche und Möglichkeiten, seine Stärken und Schwächen. Nicht nur die Schülerrolle, sondern auch die Lebenswelt der Jugendlichen muss berücksichtigt werden. Zu den Arbeitsbereichen der Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen gehören, neben der Jugendberufshilfe, daher Beratung und Einzelfallhilfe sowie Elternarbeit bzw. enge Zusammenarbeit mit Mitarbeitern von Einrichtungen der Jugendhilfe. Die sozialpädagogische Arbeit in der Schule ist immer auf Kooperation ausgerichtet: sei es innerschulisch mit Lehrerinnen/ Lehrern und Schulleitung oder außerschulisch mit Eltern, Einrichtungen und Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe, Praktikums- und Ausbildungsbetrieben und der Jugendberufshilfe. Über die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern hinaus arbeitet die Schulsozialarbeit im Schnittbereich von Schule, Jugend- und Jugendberufshilfe in verschiedenen Arbeitskreisen des regionalen Verbundsystems mit, um die Entwicklung neuer Konzeptionen zur beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen und um Informationen zu Angeboten anderer Träger der Jugendarbeit an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Ansprechpartnerin

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Frau Sylvia Joerg unter der  0651/ 7183729